Action Sédition/Bull Brigade „Hértiers des luttes d´hier, militants d´aurourd´hui“ Split10″

Action Sédition/Bull Brigade „Hértiers des luttes d´hier, militants d´aurourd´hui“ Split10″

Für diese feine Produktion haben sich Casual records (Frankreich), Anfibio (Italien) ,
Fire and Flames (Deutschland), sowie Rebel Time und Duré Realité (Kanada) zusammengeworfen.
Alles sehr International also. Der französische Titel bedeutet übersetzt:
„Erben der Kämpfe von gestern, Millitante von heute“. Das macht auch gleich symphatisch.
Insgesamt 5 Songs sind auf der 10″. Und sowohl Action Sédition aus Kanada
als auch die Italiener von Bull Brigade covern jeweils einen alten Brigada Flores Magon Klassiker.
Action Sédition „Octubre 61″, ein Song der ein brutales Polizeimassaker an Algeriern in Paris 1961 zum Inhalt hat,
und Bull Brigade das hymnenhafte „Pour ma classe“. Sicher einer der bekantesten Songs von Brigada.
Beide Cover kann man als gelungen bejubeln. Klingt alles sehr nach dem Orginal
(da gibts ja auch nicht mehr viel zu verbessern), hat aber durch den jeweiligen Gesang eine eigene Note und wirkt frisch und energiegelaen.
So haucht man alten Klassikern neues Leben ein.
Action Sédition liefern hier noch mit „Sous la branche d´olivier“ einen eigenen Song ab, der bisher nunveröffentlicht war .
Von Bull Brigade gibts hier „motorcity“ und „Perduto Amore“ von ihrem letzten Album zu hören, um die Sache abzurunden.
Eine feine Sache für die Sammlung – und ein MUSS für Bigada Flores Magon Fans! Überhaupt frage ich mich gerade,
nachdem auch Brigadier auf ihrer letzten EP einen Brigada Song gecovert haben,
ob es nicht mal Zeit wäre für einen BFM Tribut Sampler..
(garcin)

Bull Brigade „Vita Libertà“

Bull Brigade „Vita Libertà“
(Eigenproduktion)

Nun ist es da, das neue Bull Brigade Album.
Acht Jahre haben sich die Italiener Zeit damit gelassen.
Aber es hat sich gelohnt. Zwar sind nur 8 Songs auf
dem Tonträger enthalten, aber die hauen gut rein.
Gemäß der Devise Qualität vor Qantität. Und durch
Eugenio´s charismatischen Gesang erkennt man
Bull Brigade auch sofort wieder. Trotz des langen
Zeitraumes zwischen den Aufnahmen und trotz der
Tatsache, das, bis auf den Sänger, vom Line Up des
Vorgänger Albums „strade smaritte“ niemand mehr dabei ist.
Die Platte klingt frisch, energiegeladen und abwechslungsreich.
Beim Song P.S.M. genehmigt man sich sogar einen kleinen
Ausflug in Hip Hop Gefilde. (Unterstützt von einem Rapper namens Aban)!
Es geht inhaltlich um den täglichen Kampf mit dem
Kapitalismus, um Zusammenhalt und Solidarität, nicht nur,
aber eben auch in einer grauen Industriestadt wie Turin,
der man mit „Motorcity“ auch einen Song gewidmet hat.
Meine Anspieltips wären ansonsten noch: „pirati del po“
und der Titelsong „vita libertà“.

Lorelei „Déferlantes“

Lorelei „Déferlantes“ LP/CD
(fire and flames/ Casual Records

Lorelei sind eine noch recht junge Band aus dem
französischen Nancy, die hier ihr Debut präsentiert.
Alles schön wütend und energiegeladen und mit
weiblichem Gesang. Nicht ganz so rotzig wie bei
Jeunesse Apatride, nicht ganz so dynamisch wie
Brixton Cats oder La Fraction wird hier dennoch
ein solides Album abgeliefert. Die Texte drehen sich
um das tägliche kapitalistische Elend bei dem Umwelt
und Mensch zugrunde gehen, und sind durchaus nicht
oberflächlich oder parolenhaft. Das finde ich sehr angenehm.
Lorelei sind kein Plagiat und liefern uns nicht
Allthergebrachtes sondern haben eigenes Profil.
Wo Lorelei politisch stehen deutet auch ein großes Bild
der französischen Anarchistin Louise Michel an,
im Hintergrund der abgedruckten Texte.
Gesungen wird typischerweise natürlich in Französisch.
Es gibt aber Übersetzungen der Texte ins Englische.
Interessant ist auch, das hier Mitglieder von
Streets of Rage mit am Start sind.
Leider gibt es wohl diese Band nicht mehr. Schade.
Hoffen wir, das es von Lorelei auf jeden Fall noch mehr zu hören gibt.
Schön auch, das der LP gleich auch eine CD beiliegt.

Blitz „all out attack“ 7″

Blitz „all out attack“ 7″
(mad butcher)

Wiedermal die Neuveröffentlichung eines
alten Klassikers bei Mad Butcher. Auch wenn
das Release schon wieder eine ganze Weile her ist,
erscheint sie mir doch einer Erwähnung wert.
Die Single kam ursprünglich 1981 auf No Future Records
heraus und war das Debut von Blitz. Einer Band,
die heute zu den wichtigsten Einflüssen für Oi! Musik zählt.
Wer also keine Lust hat sich auf e-bay nach dem
Orginal umzusehen, kommt hier auf seine Kosten.
Die Songs „someones gonna die“, „attack“, „fight to live“
und „45 revolutions“ sind Klassiker und gehören in jede Plattensammlung.

Burger Weekends „fat mutation“ LP

Burger Weekends „fat mutation“ LP
(wanda records/unterschichten records)

Burger Weekends sind drei Kerle und ein Mädel,
kommen aus Osnabrück und spielen flotten und
abwechslungsreichen Pop Punk. Einige Bandmitglieder
kennt man auch von den musikalisch ähnlich gelagerten
The Sentiments. Von denen stammt zudem der Song
„lady suicide“, den man hier auf der Platte mit verarbeitet hat.
Läuft alles auf jeden Fall gut durch. Alle Songs zünden und
verbreiten echt gute Laune. Lediglich mit dem
balladenhaften „love song“ und dem melancholischen
„run run run“ bringt man uns wieder etwas runter.
Das Leben ist schließlich auch nicht nur Zuckerschlecken, ne?
Eine Textbeilage gibts leider nicht, aber Song Titel wie
„girl are you sure“, „little blitzkrieggirl“,
„love song“, „my baby“ ,
„red haired girl“, „prison girl“
oder „drama mama“ legen Nahe, das hier
vor allem die Damenwelt für Inspiration sorgte.
Schönes Teil. Jetzt muss es nur noch Sommer werden.
Ach ja, und das Cover der LP ist echt super schick!