Tonträger Reviews

Enraged Minority „a world to win“ CD (fire and flames/casual)

Enraged Minority „a world to win“ CD (fire and flames/casual)

Um Enraged Minority war es in den letzten Jahren ja eher still geworden.
Zumindest aus meiner Sicht. Aber so wirklich weg waren sie ja nie
und jetzt legen sie sogar (fast) ausdem Nichts ein Album vor,
was bei mir einschlägt wie eine Bombe!
Musikalisch schwach auf der Brust waren die Freiburger ja nie, aber
auf diesem, inzwischen dritten Studioalbum, haben sie nochmal einen
fetten Sprung nach vorn gemacht. Das ist einfach echt geiler Streetpunk
der den Vergleich zu den britischen Vorbildern nicht zu scheuen braucht.
Auch textlich sind Enraged Minority klassenkämpferisch wie eh und jeh.
Das Album rockt. Lediglich der „Unity Song“ fällt aus dem Rahmen.
Nicht weil er schlecht ist, sondern weil er stilistisch nicht zum Rest der Platte passt.
Dahinter verbirgt sich nämlich das alte „Arbeiter-Einheitsfrontlied!“,
für das im Grunde Berthold Brecht und Hanns Eisler verantwortlich zeichnen.
Hier auch in deutscher Sprache zum Besten gegeben. An dem Song hatten sich
ja z.B. auch schon die Commandantes vergangen. Enraged Minority
bringen das Ganze ordentlich rüber, bleiben musikalisch dicht am Orginal
und spannen so den Bogen nochmal zurück zu den Traditionen
der Arbeiterbewegung und den Lehren der Vergangenheit, die nicht vergessen werden sollten.
Ein zusätzlicher Bonus für eine großartige Streetpunk Platte!
Also holt euch das Teil. Ihr werdet es nicht bereuen.
Und wenn doch, dann habt ihr eben keine Ahnung von guter Musik! (garcin)

RED SKINS OVER LEIPZIG- 10 Jahre RASH LE 7″ (fire and flames)

RED SKINS OVER LEIPZIG- 10 Jahre RASH LE 7″ (fire and flames)

10 Jahre gibt es jetzt RASH Leipzig schon. Grund genug,
das Ganze mit der Veröffentlichung dieser hübschen
7″ hier zu feiern. Das Bundesland Sachsen gilt ja gemeinhin
eher als Hochburg der rechten Szene. Doch wo die
braune Brut aufmarschiert, formiert sich eben auch der Widerstand.
Und hier auf dieser Pladde geben sich gleich 4 Bands die Ehre,
die sich nicht nur zu RASH bekennen, sondern auch allesamt aus der Region stammen.
Das spricht doch sehr für die Szene in Leipzig, denn ich kann mich
noch an Zeiten erinnern, da hätte man in ganz Deutschland keine vier
explizit linksgerichteten Skinheadbands (oder mit Skinhead–Beteiligung)
zusammenbekommen. Auch musikalisch passt hier alles.
Fontanelle starten gleich als Erste mit „RASH“ durch.
Dazu gibts nicht viel zusagen. Der Song passt einfach wie die
sprichwörtliche Faust aufs Auge. Allerdings werden manche von
euch ihn bereits von ihrer LP „noie Eindrücke“ her kennen.
Die inzwischen leider nicht mehr aktiven Flag Smasher liefern
dann als nächstes ihren Hardcore Punk ab . Inhaltlich geht es bei
„Askatasuna“ um den spanischen Bürgerkrieg und die Kriegsverbrechen
der Franco-Faschisten mit deutscher Beteiligung. Ein guter, wütender Song.
Auch Spartanics und Sharp X Cut auf der B Seite wissen zu überzeugen.
Ok, bei Sharp X Cut wirkt die Aufnahme noch etwas unrund, aber ihr wisst ja,
das is halt Punk. Dat passt schon! Und nicht zuletzt die Tatsache das
hier bei drei von vier Bands bisher noch gar keine Veröffentlichungen
auf Vinyl vorlagen, macht das Ganze zu einer klaren Kaufempfehlung.
(garcin)

Stinky „from dead-end street“ LP (riot bike)

Stinky „from dead-end street“ LP (riot bike)

Stinky aus Frankreich waren mir bisher nicht geläufig,
obwohl das hier wohl schon ihr zweites Album ist und auch
einige Eps in der Szene herumfliegen. Nun der Name ist
ja irgendwie drollig. Leider gibt einem auch das Cover
nicht wirklich eine Vorwarnung darauf, was einen
musikalisch erwartet. Jedenfalls, wer es ruhig und friedlich mag,
wird bei Stinky nicht auf seine Kosten kommen.
Kaum das sich die Platte zu drehen anfängt brettert
einem Hardcore Punk entgegen, das die Ohren nur so am flattern sind!
Dabei gehen die Franzosen durchaus nicht ohne Melodien zu
Werke und gestalten das Ganze auch abwechslungsreich.
Aber ihr Lieblingstempo ist ganz unverkennbar „sehr schnell“
die Lieblingslautstärke „sehr laut“ und die Lieblingsemotion „sehr wütend“. E
cht heftige Platte. Aber irgendwie geil –
wenn man in der richtigen Stimmung ist.
(garcin)

What we Feel /Mister X „all against all“

What we Feel /Mister X „all against all“ CD (Audiolith/Fire and Flames)

Eine Split Platte von What We Feel aus Russland und Mister X aus Weißrussland.
Beide Bands gibt es ja nicht erst seit gestern und beide sind auch für
ihr antifaschistisches Egagement bekannt,was ja immer sofort symphatisch macht.
Insgesammt sind 8 Songs drauf. 4 von jeder Band.
Als Erstes starten What we Feel durch. Kraftvoller Hardcore, den ich vom
Gesang her etwas rauer fand, als ich es bisher gewohnt war. Stört mich aber nicht
und musikalisch gibts hier die gewohnte Durchschlagkraft. WWF covern in ihren
vier Songs gleich zweimal: „Loyality, courage and honor“ von Mister X und
„nothing to lose“ von Feine Sahne Fischfilet. Bei beiden kenne ich das Orginal nicht,
so kann ich nur sagen, das beide Songs in der What We Feel Version echt geil
rüberkommen. Dann kommen Mister X an die Reihe und gehen deutlich Oi!-lastiger
zu Werke. Ein Cover gibts natürlich auch. Nämlich „scene police“ von What We Feel,
was ordentlich umgesetzt wird. Schön ist der Song „Anti…“ ganz zum Schluß.
Den singen die Weißrussen nämlich sogar auf Deutsch. Und das nicht mal schlecht.
Auch wenn sich ein starker Akzent nicht leugnen lässt. Aber klasse! Bisher hatte
ich noch gar nichts von Mister X im Plattenschrank und bin echt
positiv überrascht. (garcin)

.

Moscow Death Brigade „Boltcutter“ CD (fire and flames)

Moscow Death Brigade „Boltcutter“ CD (fire and flames)

Mal wieder was Neues von Moscow Death Brigade.
Und diesmal sogar ein richtiger Longplayer.
12 Songs drauf. Das ist neu. Rap Musik ist zwar nicht
wirklich meine Soße, aber MDB schafften es trotzdem
immer mich mitzuziehen. Das liegt zum Einen an dem
meist treibenden aggresiven Sprechgesang und der Musik,
die Anleihen aus Punk und Hardcore nicht scheut, zum Anderen
natürlich auch an den guten engagierten Texten. Antifaschistisch
und sozialkritisch. Auf der vorliegenden CD halten MDB ihr Level.
Sie liefern ab, was man von ihnen gewohnt ist.. Insgesamt fällt
jedoch auf, das die Musik sich deutlich elektronischer anhört,
als ich das von früheren Veröffentlichungen kenne.
Punk und Hardcore Einlagen sind rückläufig.
Das macht die Songs nicht schlechter, aber ist halt nicht so mein Ding.
So lebt die Platte für mich mehr von dem klassischen
MDB Sprechgesang der ordentlich Aggro rüberbringt.
Reicht immernoch für beide Daumen hoch!
(garcin)