Fanzine Reviews

Secret Agent -Redskinzine Bielefeld #3

Secret Agent -Redskinzine Bielefeld #3
(secret-agent@gmx.net)

Nun gibt es sie endlich auch in gedruckter Form,
die Nummer 3 des Secret Agent. Ursprünglich,
wie dem Vorwort zu entnehmen ist, sollte das Heft
schon Ende 2011 fertig werden. Nun hat es ein
ganz klein wenig länger gedauert. Und das
bringt es mit sich, das einige Artikel nicht mehr
ganz taufrisch sind. Wie auch immer. Ich freue mich
jedenfalls, das es außer meinem eigenen Heft noch
ein weiteres aktives Redskinzine in Doitschland gibt,
und die Macher trotz Umbesetzungen in der Redaktion
die Flinte nicht in Korn geworfen haben. Ich persönlich
wünsche mir noch ganz viele Ausgaben des “Secret Agent”
in der Hand halten zu können. Zum Layout halte ich
mal lieber meine Klappe (wer meine Nummer 12 schon
in den Händen hatte, der weiß warum, ich hab jetzt
jedenfalls keine Lust im Glashaus sitzend mit Steinen zu werfen),
und gehe direkt auf den Inhalt ein: Es gibt zwei
interessante Interviews, eins mit Produzenten der Froide
und eins mit Peter Finkelgrün. Letzteres dürfte auch das
Highlight der Ausgabe sein. Finkelgrün ist im jüdischen
Ghetto in Shanghai geboren, da seine Eltern aus Nazi-Deutschland
fliehen mussten. Später engagierte er sich für die Anerkennung
der Edelweißpiraten als Widerstandsgruppen und ist aktiv
im antifaschistischen Lager. Sehr interessant. Man nimmt
sich auch einige Seiten Platz, um den Auftritt der fragwürdigen
Band “Bandbreite” auf dem DKP Pressefest zu kritisieren.
Dazu gibts Konzertberichte, Reviews…
die Ausgaben 10 & 11 meines bescheidenen Heftes wurden
besprochen und kommen ganz gut weg. Hab ich nochmal Schwein gehabt.
Schönes Heft – und wie einleitend bereits erwähnt –
ich will noch viele weitere Ausgaben sehen.

In the Streets of Hamburg #14

In the Streets of Hamburg #14
Fanzine Review

Eines der wenigen Skinhead-Fanzines klassischer Machart
ist wieder erschienen. Immer wieder ein kleiner Lichtblick.
Warum gibt es so wenig gute Skinheadfanzines?? Irgendwie
scheitern die meisten doch kläglich daran, sowas wie eine
glaubwürdige antifaschistische Haltung einzunehmen.
Keine Ahnung warum das so ist. Es gibt einfach zu viele
Vollidioten da draußen. Bei den St. Pauli Skins, die für dieses
Heft hier verantwortlich zeichnen, stimmt die Haltung jedenfalls.
Ist wieder eine gute Mischung aus Fußball und Subkultur geworden.
Fußballberichte paaren sich mit Konzertbesuchen. u.a. sind Loikaemie,
UK-Subs, Bonecrusher und The Oppressed am Start.
Nur die Gumbles in Prag sind mir ziemlich egal, das die des öfteren
Texte gemacht haben, die linksdenkende Menschen mit
Faschisten gleichsetzen. Sehr schwach! Aber egal.
Ein Asien Reisebericht ist auch noch mit drin. Einer der
ersten malaiischen Skinheads wird interviewt. Irgendwie
interessant wie die Geschichte „als Bonehead angefangen und
dann gemerkt das Skinhead doch irgendwie was anderes ist“
fast überall auf der Welt immer wieder auftaucht.
Der Meyer vom AK47 in Düsseldorf kommt auch zu Wort
und erzählt ein wenig über die Geschichte dieses Ladens.
Nachdem dort das Commi Bastard Festival vol. 2 stattgefunden hat,
freuts mich um so mehr, das da recht sympathische Statements
rüberkommen. Schönes Heft. Man braucht nur einen dicken
schwarzen Stift um die Anzeigen von Contra und
Puke Music herauszustreichen.