Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Cartouche „a venir“ (CD) (fire and flames)

Cartouche „a venir“ (CD) (fire and flames)

Bei Cartouche erinnere ich mich sofort wieder an ihren
Auftritt in der Friedrichshainer Supamolly sowie ihre
Platte: „A Corps Perdu“, wo unter anderem auch eine
Coverversion des jiddischen Partisanensongs
„zog mit keynmol“ enthalten war.
(Nebernbei bemerkt war die Bassistin von Carouche auch mal bei Brigade Flores Magon.
Wobei ich hier keinen musikalischen Vergleich ziehen kann und will.)
Nun kommt nach einer gefühlten Ewigkeit eine neue Platte daher.
Und auch die weiß zu überzeugen. Vom Punkrock hat man sich
aber noch ein gutes Stück weiter entfernt. Zumindest musikalisch,
denn die Texte sind rebellisch wie eh und jeh. Die eher rockigen
Kompositionen und eine melodische Stimme von Sängerin Geraldine passen einfach gut zusammen.
Auch an jüdischer Lyrik hat man sich wieder versucht.
Diesmal an einem Gedicht von Morris Rosenfeld, der 1862 in Russland geboren,
später in die USA emigrierte. Seine Werke handelten häufig über das harte Schicksal
ostjüdischer Einwander in New York. So auch das hier verarbeitete: „My resting place“.
Komplett in Englisch verfasst. Ich hab jetzt gerade mal keine Ahnung ob das Gedicht im
Orginal auch in Englisch war , da Rosenfeld bevorzugt in Jiddisch schrieb.
Ist aber auch nicht so wirklich wichtig.Schöne Platte für alle, die es auch mal etwas rockiger mögen.

Contra Real „Keine Kompromisse“ 7″

Contra Real „Keine Kompromisse“ 7″

Contra Real waren mir dem Namen her schon länmger bekannt.
Aber diese 7″ ist die erste der Band, die den Weg auf meinen
Plattenteller gefunden hat. Geboten wird einfach getrickter Punk Rock
mit aggresiven politischen Texten in deutscher Sprache. Vor allen inhaltlich
überzeugt mich die Platte voll. „Retter des Abendlandes“ oder
„Produktivität und Verfügbarkeit“ greifen gute und wichtige Themen auf.
Mit „Keine Kompromisse“ gibts auch nochmal einen Song gegen Grauzone Indioten,
„Außer Kontrolle“geht gegen den Überwachungsstaat und „G20=Sachschaden“
muss man wohl auch nicht erklären. Der Text setzt vor allem auf Millitanz.
Insgesamt eine schöne Veröffentlichung. Wie schon gesagt musikalisch einfach
gehalten und ohne Schnörkel. Kann man sich zulegen, das Teil!

Les Partisans „Rallumer tous les soleils“ CD (fire and flames)

Les Partisans „Rallumer tous les soleils“ CD (fire and flames)

Um die Les Partisans rumorte es ja schon eine ganze Weile wieder. ,
Und nach einer Split 7″ mit Inciters und der Single „Le sourire aux lèvres“ auf
Casual Records ist es nun soweit: Ein komplett neues Album der
Redskin Legende aus Lyon liegt vor mir. 9 Songs sind drauf. 6 davon neu,
die andreren drei bereits von zuvor erwähnten Singles bekannt.
Das schmälert die Freude aber nicht im geringsten. Nach all den
Jahren ist es wirklich erstaunlich, das sie überhaupt nichts von ihrer
Stärke und Energie verloren haben. Einzig für den Oi!-Puristen ist das hier nix.
Zum melodischen Streetpunk ihrer Anfangstage sind die Partisanen auch
hier nicht zurückgekehrt, sondern machen durchgängig mit dem souligen
Sound weiter, mit dem sie ihrerzeit aufgehört hatten. Hätten die Redskins aus
York französisch gesungen, hätten sie sich genau so angehört! Schön auch
das die Texte im Booklet alle ins Englische übersetzt wurden.
So kann ich sagen das Les Partisans genauso klassenkämperisch
und politisch geblieben sind, wie sie es immer waren.
Damals wie heute ist die Band eine Ausnahmeerscheinung!.

T-Killas „Kicking the Pressure“ (7″) / fire and flames/Grover/Casual Records

Die T-Killas kommen aus Aschaffenburg und starteten 2003 in ihr musikalisches Leben.
Inspiriert von Bands wie The Clash, Redskins, The Specials und den Offenders.
Solche Vorbilder machen natürlich sofort symphatisch und wecken große Hoffungen.
Und diese 7″, die mich hier erreicht hat, entäuscht auch nicht.
Seite A kommt mit „young but not free“ und „liberation“ sehr politisch daher.
Angenehmerweise auch richtig gut und nicht platt oder parolenhaft.
Hier ist der Sound mehr in 2Tone Bereich angesiedelt, mit Punk/Mod Einfluss,
was den kämperischen Texten auch ganz gut steht.
Auf Seite B wirds dann ruhiger und traditioneller.
Die Texte werden etwas persönlicher. Auch hier passt einfach alles.
Speziell „sitting in the rain“ hat für mich einen ziemlichen Ohrwurmfaktor.
Feiner Tonträger, sollte man sich merken, die Band.

Oi! of the Tiger s/t (LP) /rockers

Auf die Debüt Pladde der RASH Band aus Hannover war ich ja schon im Vorfeld mächtig gespannt,
denn erste Videos auf You Tube ließen Großes vermuten. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht!
Es sind zwar nur 9 Songs auf dem Album, aber dafür gibts auch keine Lückenfüller, sondern nur Hits.
Schöner ruppiger 80er Jahre Oi!-Punk mit guten Texten Zunächst wird mit
Songs wie „RASH“ und „Bootboys“ gleich der Standpunkt klargemacht.
Gegen Faschismus und Kapitalismus und garantiert nicht unpolitisch.
Mit „No Time“ beklagt man das Leben als Teil der Arbeiterklasse und
„Sexpol“ richtet sich gegen Homophobie. Dann gehts weiter mit
„Police Stomp“ gegen Polizeigewalt , „Pervert“ ist ein Manifest gegen alles
was so als normal betrachtet wird und die
gelungene Bandhymne „Oi! Of the Tiger“ fordert nochmal „bring back politics in Oi!“!!!
Das wäre glaube ich auch ein guter Titel für das gesamte Album gewesen.
Tja und nach dem Song „Red Flag“ (der glaube ich keine Erklärung braucht),
klingt die Platte leider mit „Weekend“ auch schon aus,
wo der Sänger an einem Montagmorgen das verflossene Wochenende beklagt.
Ein Gefühl welches wir alle gut nachempfinden können, oder?
Zum Glück lässt sich so eine LP, im Gegensatz zu einem Wochenende,
sofort wieder neu starten, wenn sie am Ende ist.
Ein starkes Album an dem es nichts zu meckern gibt. Pflichtkauf!