Archiv für Oktober 2014

Moscow Death Brigade „Hoods Up“ (CD, Fire and Flames)

Moscow Death Brigade „Hoods up“ (CD / fire and flames)

Fire and Flames meldet sich nach einigem Chaos zurück.
Inzwischen aus Kiel und nicht mehr aus Göttingen.
Und gleich die erste Veröffentlichung nach längerer
Pause trifft voll meinen Geschmack. Und das, obwohl
„Moscow Death Brigade“ musikalisch eher außerhalb
meiner traditionellen Jagdgründe unterwegs sind. Da die
Band aber eng mit den russischen Hardcore Helden von
„What We Feel“ befreundet ist und Bandmitglieder auch
schon bei der Sharp Band Razor Bois aktiv waren, war der
mir der Name „Moscow Death Brigade“ längst geläufig.
Und gemäß dem alten Spruch:
„Zeige mir deine Freunde, und ich sage dir wer du bist“,
musste das eine politisch klar antifaschistische, und auch
sonst recht symphatische Band sein. Nur eine richtige
Veröffentlichung gab es nie. Weder hierzulande, noch sonstwo.
Nur ein bischen was auf You Tube. Umso mehr war ich auf das
hier vor mir liegende Album „Hoods up“ gespannt. Dieses kommt
äußerlich recht unspektakulär daher und wartet mit
5 Tracks plus 3 Bonus Tracks , also insgesamt 8 Songs auf.
Nicht viel, aber manchmal liegt auch in der Kürze die Würze.
So wie in diesem Fall. Als ich die CD eingelegt hatte machte
ich mich zunächst auf entspannteren Hip Hop gefasst.
Mit „Ghettoblaster“ wummerte allerdings sofort erstmal
ein ordentlich schneller, eher hardcorelastiger Song aus den Boxen.
Da fühlt man sich stark an Razor Bois erinnert, wobei hier schon
etwas mehr gesprochen als gesungen wird. Und zu meiner wachsenden
Begeisterung geht es auch in den folgenden Songs so weiter.
Erst mit den Bonus Tracks wird es etwas ruhiger, und hier
überwiegt der Hip Hop Anteil deutlich vor dem Punk und Hardcore.
Außerdem wechselt der Text vom Englischen ins Russische,
wodurch ich natürlich inhaltlich ab hier etwas im Dunkeln tappe.
Das tut dem Spaß an der Musik aber keinen Abbruch.
Eine durchweg hörenswerte Scheibe. Und eine längst überfällige
Veröffentlichung für eine Band, die es verdient hat gehört zu werden. (garcin)

The Mighty Fishers „Soul Garden“ (CD/ madbutcher)

The Mighty Fishers – Soul Garden (CD/ madbutcher)

Der Albumname und das sehr künstlerische Cover schürten
im Vorfeld Ängste in mir, hier könnte eine Veröffentlichung vorliegen,
die gnadenlos meinen musikalischen Horizont sprengt und für deren
Besprechung ich eigentlich gar nicht qualifiziert bin. Glücklicherweise
zerstreuten sich meine Vorurteile sehr schnell, nachdem die CD begonnen hatte,
in meinem Player zu rotieren. Die aus Budapest in Ungarn stammenden
machtvollen Fischer produzieren einen sehr angenehmen
traditionellen Ska Sound mit männlichem und weiblichen Wechselgesang
und ordentlich Orgeleinsatz. Angenehm. Sehr angenehm. So angenehm,
das mir gar kein anderes Wort einfällt als „angenehm“. Nicht träge, nicht
einschläfernd, nicht stressig, nicht hecktisch, nicht treibend oder überladen.
Einfach angenehm. Sehr angenehm. Fazit: Angenehme Platte! (garcin)