Archiv für Januar 2014

Enraged Minority/The Oppressed Split Live CD/LP

Enraged Minority/The Oppressed Split
„Live at Crash in Freiburg November 24th 2012″
CD/LP (Mad Butcher)

Und wieder eine Split. Und wieder mit The Oppressed.
Aber jetzt ist es eine Live-CD die ich hier auf dem Tisch habe.
Und diesmal sind es Enraged Minority die hier einen
(würdigen) Split Partner abgeben.
Beide Bands passen musikalisch gut zusammen und auch
die Soundqualität, ein wichtiges Kriterium bei Live-Mitschnitten,
ist wirklich gut, ohne dass das „live-feeling“ (so will ich das mal betiteln)
darunter leidet. Jede Band ist hier mit 7 Songs vertreten,
wobei bei „Antifascist“ von Enraged Minority Oppressed Sänger Roddy mit
am Mirkrophon ist, während beim Oppressed Klassiker „AFA“
der Daniel von Enraged Minority mitträllern darf.
Schönes Release, das es auch auf Vinyl gibt.
Dadurch musste allerdings der ein oder andere Song
weggekürzt werden und man ist fast enttäuscht,
wenn nach ca. 40 Minuten dann die Anlage wieder schweigt.
Macht aber nix, man kann die CD/LP ja gleich nochmal starten.

(garcin)

Wasted Youth/The Oppressed Split 7″

Wasted Youth/The Oppressed Split 7″ (True Rebel)

Bei diesen Bands, dem Untertitel „2 Generations – 1 Message“
und dem hübsch gestalteten Cover, erwartet man zunächst eine recht politische Platte.
Statt dessen ist die Song Auswahl aber eher persönlicher Natur.
Jede Band covert einfach Songs, die ihr am Herzen liegen.
The Oppressed verarbeiten zwei Ramones Titel,
nämlich „I wanna be sedated“ und „blitzkrieg bob“, in
ihrem unvergleichlichen rauhen Charm.
Irgendwie weiß die Band aus Cardiff immer zu überzeugen.
Entweder liegt das an Roddy Morenos einzigartiger Stimme,
oder daran, das sie sich nicht auf musikalische Experimente einlassen
und ihren simplen rudimentären Oi! Sound stets beibehalten.
Man weiß einfach was man von ihnen zu erwarten hat und
kriegt genau das auch geliefert. Schön.
Die einer deutlich jüngeren Generation angehörenden
Wasted Youth wiederum haben sich dem Song
„Klopapier“ von KIZ angenommen,
und legen dann noch ein NYHC Medley nach.
Beides musikalisch gelungen. Bei Ersterem geht es um
einen eklatanten Mangel an Hygeneartikeln der durch einen
ziemlich heftigen Durchfall noch verschärft wird (thematisch
dürfte das wohl nicht jedermanns „Geschmack“ sein),
bei Zweiterem mixten Wasted Youth 2 NYHC Songs miteinander,
nämlich „My Life“ von Sick of it All und „Sound of a Re­vo­lu­ti­on“
von Warzone.
Speziell mit Warzone habe ich schon ein Problem.
Wasted Youth haben dazu ein Statement
in einem ebenfalls auf diesem Blog befindlichen
Interview abgegeben. Dennoch will ich die Gelegenheit
nochmal nutzen, um diesem Thema
ein paar Zeilen mehr zu widmen:
Es ist natürlich richtig,
das große Teile der amerikanischen
Arbeiterklasse unter dem Einfluß
der dortigen Massenmedien eben verdummt
und patriotisch sind, und kaum eine
andere Chance haben, da der Zugang
zu Bildung eben (nicht nur) in den USA
auch eine Geldfrage ist. Eine Band wie Warzone,
die definitiv aus der Unterschicht stammt,
muss man unter diesen Gesichtspunkt bewerten.
Und mir selbst stößt auch das Gejammer
oft kleinbürgerlicher Linker auf, die wortreich
beklagen, daß das grausame Schicksal ihnen
eine derart mangelhafte Arbeiterklasse zur
Verfügung stellt. Na was erwarten wir denn?
Die Arbeiterklasse ist halt wie sie ist und kann
unter den gegebenen Umständen auch nicht anders sein.
Doch dabei kann man es halt nicht belassen.
Aufklärung heißt die Devise.
Denn nur wer sich Stumpfsinn und patriotisches
Blendwerk aus den Augen wischt ist auch in der
Lage, die Welt so zu sehen, wie sie ist und für
seine Rechte zu kämpfen. So will ich Bands
wie Warzone zwar nicht verteufeln,
aber andererseits auch nicht glorifizieren.
Warzone sind eher Teil des Problems als
Teil der Lösung, wenn man mir diesen
abgedroschenen Spruch hier mal durchgehen lässt.
Musikalisch kann ich sagen: Der Song rockt!
Bleibt zu hoffen, das die Hörerschaft
da in Punkto Warzone den entsprechend
differenzierten Blick drauf hat.

(by garcin)