Archiv für Dezember 2013

Derash Tripleslash „Chroniken eines Arbeiters“ Review

Derash Tripleslash „Chroniken eines Arbeiters“ (CD Aggressivestingrecords/Eigenmproduktion)
(Aggressivestingrecords@gmx.de)

Mit Hip Hop hatte ich bisher nicht wirklich viel am Hut, und bin daher eigentlich nicht qualifiziert diese CD
hier erschöpfend zu besprechen. Komplett unter den Tisch fallen lassen möchte ich sie aber auch nicht.
Wer von euch mit dieser Art Mucke vertrauter ist, der sollte sich durch mich nicht abhalten lassen sich sein eigenes Bild machen.
Das nur vorweg. Der Rapper Derash Tripleslash hatte wohl zuvor schon in der Rap-Combo „redtronic“ Erfahrungen gesammelt, und stellt
nun hier sein erstes eigenes Album vor. Inhaltlich ist „Chroniken eines Arbeiters“ auf jeden Fall Programm.
Vielleicht sollte man besser sagen: „Chroniken eines klassenbewussten Arbeiters“?. Denn hier gibts kein sexistisches Geprolle,
sondern sehr politische Texte. Gleich im Intro setzt man sich kritisch mit der Leiharbeit auseinander, die genutzt
wird um das Lohnniveau zu drücken. Thematisch ist sowas sicherlich über dem Durchschnitt. Gut,
der Titelsong „Chroniken eines Arbeiters“
glänzt eher durch schöne Gewaltfantasien, aber beim Hören des gesamten Albums treffe ich immer wieder auf
interessante Textpassagen, die mich die Ohren spitzen lassen. Derash Tripleslash liefert hier auf jeden Fall ein
politisch engagiertes Album ab. Auch wenn bei „Niedergeschlagen“ der Text schon etwas überzogen wirkt.
Vielleicht auch zu klischeebeladen. So schlecht geht es dem Durchschnittsarbeiter zumindest in Deutschland
derzeit noch nicht. Schaut man aber ins heutige Griechenland oder in die dritte Welt sieht das schon
anders aus. Musikalisch ist das hier wie gesagt nicht so mein Ding.
Vielleicht liegt das auch etwas an der Aufnahme. Hip Hop lebt für mich vor allem von einem fetten Bass und
hier wirkt mir vieles einfach ein wenig zu „elektronisch“. Außerdem hat man das Gefühl, das Derash hier noch
experimentiert, und einige Songs aufnahmetechnisch noch etwas Feinschliff hätten gebrauchen können.

(gez. Garcin)