Archiv für Juni 2013

Streets of Rage „East Side Pirates“

Streets of Rage – East Side Pirates (LP)
(casual records)

Nach der gelungenen Split-Scheibe mit Enraged Minority gab es im
Dezember 2012 nun diese fette LP von Streets of Rage, produziert vom
hauseigenem Label Casual Records.
Auf “East Side Pirates“ befinden sich 13 Oi!-Tracks der Jungs aus dem
französischen Nancy, die druckvoll eingespielt sind und zum Mitmachen
bewegen. In den Texten geht es mitunter um den Kampf gegen Nazi-Idioten,
Straßenschlachten oder auch einfach nur durchzechte Nächte. Besonders
gefällt mir der Song “Streets of District“ mit Vivien von der
Hardcore-Band „District“ aus Nancy, aber auch die anderen Songs haben
Power. Ein Cover der „Young Soul Rebels“ befindet sich ebenfalls auf der
B-Seite der Platte. Insgesamt ist diese LP eine sehr gelungene Mischung
aus Oi! und Hardcore. Allerdings sind alle Songs auf französisch, was
mir etwas Probleme beim Verstehen der Texte bereitet hat.
Im Platten-Cover sind einige Bilder zu finden, z.B. eines von Streets of
Rage & The Oppressed sowie Ausschnitte von Auftritten und
feuchtfröhlichen Partys.
Nachdem einer der beiden Sänger, Pierre, die Band verlassen hat, gab es
nun einen Besetzungswechsel am Gesang. Ich bin gespannt, wie das neue
Line Up bei den nächsten Live-Gigs rüberkommt; zum ULTRASH-Festival
mussten Streets of Rage leider absagen, daher konnte ich sie noch nicht
wieder sehen.
Fakt ist, dass Streets of Rage trotz aller Hürden weitermachen und sie
mit dieser großartigen LP ordentlich Dampf in die Plattenregale gebracht
haben!
(review by Kafato)

Kommando Kronstadt „Demo-lition“

Kommando Kronstadt „Demo-lition“ (Demo CD/Eigenproduktion)

„Hardcore-Punk! Direkt aus`m Bauch und immer schön in die Fresse!“
heißt es auf dem Blog von Kommando Kronstadt.
Die vier Punkrocker, von denen 3 bereits bei der Band
„Selbztjustiz“ aktiv waren, haben sich ihren Namen aufgrund
des Matrosenaufstandes von 1921 verpasst und ohne zu
zögern ihre erste Scheibe unter dem Motto
“Demo-lition“ aufgenommen. In der CD steckt sichtlich viel Mühe.
Sie enthält einen Aufkleber, trägt ein schickes Vinyl-Design
und wurde in feinster DIY-Handarbeit mit einer
bunten Hülle ausgestattet, auf der sämtliche Songtexte sowie
ein großer „Fuck off Grauzone“-Button vorzufinden sind.
Bis auf einen Text sind alle 8 Songs der Scheibe auf deutsch und kommen
mit kurzen, aber aussagekräftigen Messages um die Ecke. Hier wird sowohl
vermeintlich Unpolitischen sowie Massenmedien und Nationalismus eine
fette Absage erteilt! Am besten gefällt mir “Du bist Doitschland“, in
dem das Konsumverhalten und dadurch zurückgestellte Inhalte bzw.
Rebellentum auch innerhalb der Szene kritisiert werden. Aber auch die
Lieder „Krise“ und „Zerstörungsmeister“ sind besonders hervor zu heben,
wobei die anderen Songs nicht weniger reinhauen.
Wer sich Kommando Kronstadt live anschauen möchte, sollte nicht zögern,
auch international füllt sich der Tourplan für dieses Jahr.
Frisch, laut, DIY und garantiert nicht angepasst! So muss Punkrock sein!

(review by Kafato)

Zero Talent „Jusqu à l épuisement“

Zero Talent „Jusqu à l épuisement“ (CD-Eigenproduktion)
(www.zerotalent.fr)

Zero Talent sind eine Ska Punk Band aus Frankreich.
Selbige besteht seit 1998, was ja schon was heißen will.
Und um eins vorwegzunehmen:
Talent haben sie in jedem Falle.
Ob das auch schon 98 so war, als die Band
zusammenkam und sich diesen Namen gab, wage ich nicht zu
beurteilen, denn „Jusqu à l épuisement“ ist die erste
Veröffentlichung dieser Truppe, die ich zu hören bekomme.
Allerdings ist es die Dritte in ihrer Bandgeschichte.
Nunja, drei Alben in 15 Jahren sind nun nicht unbedingt viel,
deshalb stelle ich mal den Verdacht in den Raum,
das man sich bei Zero Talent eher auf den Bühnenbrettern
zuhause fühlt, als im Aufnahmestudio.
Zur CD: Geboten wird hier Ska Punk der angenehmen Sorte.
Meist schnell, energiegeladen und mit einem Sänger der
diese Bezeichnung auch wirklich verdient.
Das heißt, er hat Stimme und kann wirklich singen. Auch der
Rest der Band stimmt beim Refrain schon mal mit ein. Passt alles!
Nur der Titelsong ist mir stellenweise ein wenig zu langsam.
Geschmackssache! Die Texte sind alle in Französisch gehalten
und ich kann dazu dementsprechend leider nicht viel sagen. Ich habe
den Eindruck das es hier nicht allzu politisch zur Sache geht.
Das Cover der CD, der Bandname, und auch die Selbstinzinierung
der Musiker auf ihrer website lässt allerdings auf
einen gewissen Humor schließen. Und das Zero Talent live
ordentlich Bewegung auf die Tanzfläche bringen,
daran hab ich keinen Zweifel.

(review by garcin)