Bejarano & Microphone Mafia „per la vita“ REVIEW

Bejarano & Microphone Mafia „per la vita“ (CD – madbutcher)

Das ist doch mal eine recht untypische Veröffentlichung
von Mad Butcher Records. Zumindest musikalisch.
Denn politisch passt das schon. Die Microphone Mafia ist ja
glaube ich schon dem Einen oder Anderem ein Begriff,
und auch wenn Hip Hop nicht so meine Suppe ist, so kann
man doch bei MM leicht erkennen, das hier Leute am Werk sind,
die nicht blöd rumposen sondern schon ernsthaft auftreten
und gegen Rechtsextremismus Stellung nehmen.
Dazu kommt hier aber noch Esther Bejarano mit Familienmitgliedern.
Und das macht das Ganze richtig interessant. Denn Esther Bejarano
ist in ihrer Jugend von den Nazis als „Halbjüdin“ nach Auschwitz
verschleppt worden und überlebte nur, weil sie im dortigen
Mädchenchor spielen konnte. Später gelang ihr dann auf einem
der berüchtigten Todesmärsche die Flucht. Heute macht sie Musik
um die Nazis zu bekämpfen. Und normalerweise nicht mit
Microphone Mafia, sondern mit der Gruppe „Coincidence“,
die antifaschistische und jüdische Lieder zum Besten gibt.
Das antifaschistische Engagement war es dann auch, was die auf
dieser CD zusammengekommenen Musiker gemeinsam haben.
Und das hier die Gegensätze verschiedener Generationen,
Musikrichtungen und dreier Religionen (Islam, Judentum und
Christentum) überwindet. Dürfte wohl auch nicht alle
Tage passieren. Schön gemacht. Die Texte drehen sich somit
vor allem um das Thema, was sie alle zusammengebracht hat.
Der Kampf gegen Faschismus, Diskriminierung und,
daraus resultierend die Entscheidung für das Leben.
Insgesamt eine sehr politische,
eher nachdenkliche Platte. Meine Anspieltipps wären „Avanti Popolo“,
„Viva la Liberta“ und „Deserteur“. Abschließend bin ich mal so frei,
hier mit einem Link zu einem Interview
mit Esther Bejarano in der TAZ zu enden. Lesen!


http://www.taz.de/!52004/