Stinky „from dead-end street“ LP (riot bike)

Stinky „from dead-end street“ LP (riot bike)

Stinky aus Frankreich waren mir bisher nicht geläufig,
obwohl das hier wohl schon ihr zweites Album ist und auch
einige Eps in der Szene herumfliegen. Nun der Name ist
ja irgendwie drollig. Leider gibt einem auch das Cover
nicht wirklich eine Vorwarnung darauf, was einen
musikalisch erwartet. Jedenfalls, wer es ruhig und friedlich mag,
wird bei Stinky nicht auf seine Kosten kommen.
Kaum das sich die Platte zu drehen anfängt brettert
einem Hardcore Punk entgegen, das die Ohren nur so am flattern sind!
Dabei gehen die Franzosen durchaus nicht ohne Melodien zu
Werke und gestalten das Ganze auch abwechslungsreich.
Aber ihr Lieblingstempo ist ganz unverkennbar „sehr schnell“
die Lieblingslautstärke „sehr laut“ und die Lieblingsemotion „sehr wütend“. E
cht heftige Platte. Aber irgendwie geil –
wenn man in der richtigen Stimmung ist.
(garcin)

What we Feel /Mister X „all against all“

What we Feel /Mister X „all against all“ CD (Audiolith/Fire and Flames)

Eine Split Platte von What We Feel aus Russland und Mister X aus Weißrussland.
Beide Bands gibt es ja nicht erst seit gestern und beide sind auch für
ihr antifaschistisches Egagement bekannt,was ja immer sofort symphatisch macht.
Insgesammt sind 8 Songs drauf. 4 von jeder Band.
Als Erstes starten What we Feel durch. Kraftvoller Hardcore, den ich vom
Gesang her etwas rauer fand, als ich es bisher gewohnt war. Stört mich aber nicht
und musikalisch gibts hier die gewohnte Durchschlagkraft. WWF covern in ihren
vier Songs gleich zweimal: „Loyality, courage and honor“ von Mister X und
„nothing to lose“ von Feine Sahne Fischfilet. Bei beiden kenne ich das Orginal nicht,
so kann ich nur sagen, das beide Songs in der What We Feel Version echt geil
rüberkommen. Dann kommen Mister X an die Reihe und gehen deutlich Oi!-lastiger
zu Werke. Ein Cover gibts natürlich auch. Nämlich „scene police“ von What We Feel,
was ordentlich umgesetzt wird. Schön ist der Song „Anti…“ ganz zum Schluß.
Den singen die Weißrussen nämlich sogar auf Deutsch. Und das nicht mal schlecht.
Auch wenn sich ein starker Akzent nicht leugnen lässt. Aber klasse! Bisher hatte
ich noch gar nichts von Mister X im Plattenschrank und bin echt
positiv überrascht. (garcin)

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Moscow Death Brigade „Boltcutter“ CD (fire and flames)

Moscow Death Brigade „Boltcutter“ CD (fire and flames)

Mal wieder was Neues von Moscow Death Brigade.
Und diesmal sogar ein richtiger Longplayer.
12 Songs drauf. Das ist neu. Rap Musik ist zwar nicht
wirklich meine Soße, aber MDB schafften es trotzdem
immer mich mitzuziehen. Das liegt zum Einen an dem
meist treibenden aggresiven Sprechgesang und der Musik,
die Anleihen aus Punk und Hardcore nicht scheut, zum Anderen
natürlich auch an den guten engagierten Texten. Antifaschistisch
und sozialkritisch. Auf der vorliegenden CD halten MDB ihr Level.
Sie liefern ab, was man von ihnen gewohnt ist.. Insgesamt fällt
jedoch auf, das die Musik sich deutlich elektronischer anhört,
als ich das von früheren Veröffentlichungen kenne.
Punk und Hardcore Einlagen sind rückläufig.
Das macht die Songs nicht schlechter, aber ist halt nicht so mein Ding.
So lebt die Platte für mich mehr von dem klassischen
MDB Sprechgesang der ordentlich Aggro rüberbringt.
Reicht immernoch für beide Daumen hoch!
(garcin)

Fontanelle „Noi!e Eindrücke“ LP (riot bike)

Fontanelle „Noi!e Eindrücke“ LP (riot bike)

„in dieser Zeit der Rechtspopulisten, Im Paradies der Kapitalisten,
Durchgesetzt vom Bullenstaat..“ zitire ich jetzt mal gleich einleitend
aus dem Song „R.A.S.H.“. Ja in einer solchen Zeit sieht man, was die
Loite um einen herum wert sind. Leider reagieren die meisten
Skinheads heutzutage eher mit Hirn wegsaufen, Realitätsflucht..
oder passen sich dem Rechtstrend offen an, dreschen ihrerseits
AfD Parolen und halten das Ganze auch noch für Rebellion.
Für Fontanelle gilt das zum Glück nicht. Hier heißt Skinhead
wirklich Klassenkampf, Antifaschismus wird ernst genommen.
Und man schafft es auch noch das Ganze musikalisch richtig gut zu
verpacken. Schade das es diese Aufnahmen noch nicht gab,
als ich dabei war den „Smash Capitalism“ Sampler zusammenzustellen.
Denn diese Band hätte ich definitiv gern drauf gehabt.
Übrigens präzisiert der Song „Noi!e Eindrücke“ textlich nochmal
sehr anschaulich, wie der Albumtitel zu verstehen ist, und auch andere
Songs wie „Meine Pflicht“ oder „Verläbbert“ zeigen, das die Jungs
aus Leipzig auch Humor haben. So muss Oi! sein!!!!
Für linke Skinheads ist das hier eh ein Pflichtkauf.
Und für alle Anderen sind Fontanelle leider viiiiel zu radikal.
Aber das ist ja gerade das Gute an dieser Band.
(garcin)

84Breakdown „Schule des Lebens“ CD / Eigenproduktion

84Breakdown „Schule des Lebens“ CD / Eigenproduktion

Neues aus dem Ruhrpott. Ich kann mich noch gut an die
Vorgänger-CD „Luft nach oben“ erinnern, von der auch
ein Song auf den „Smash Capitalism“ Sampler fand.
Nun haben 84Breakdown wieder etwas Neues am Start.
Wieder selbstproduziert! Also entweder wollen die Label
von den Ruhrpottlern nichts wissen, oder umgekehrt.
Wie auch immer, 8 Songs sind drauf. Aufgenommen halt
im bandeigenen Proberaum. Dementsprechend rumpelt es leider,
was zwar dem Punkrock-Faktor keinen Abbruch tut, aber oft zu
Lasten der Textverständlichkeit geht, und mich auch gleich daran erinnert,
hier die fehlende Textbeilage zu beklagen.
Und wenn ich schon mal am meckern bin:
die Band hat sich zwar Mühe gegeben aus dem Thema „Schule des Lebens“
ein komplettes Konzept für den Tonträger zu schaffen, indem zwischen den
Liedern immer kurze Sequenzen quasi „aus dem Klassenzimmer“ eingespielt werden.
Aber irgendwie will das nicht richtig zünden. Keine Ahnung woran das liegt.
Man muss zwar manchmal kurz schmunzeln, z.B. wenn in gelangweilt leiernder
Stimme die Definition von Gentrifizierung runtergerasselt wird, aber im
Großen und Ganzen wäre die CD auch ohne ausgekommen.
Das ist es aber auch schon, was es hier zu bekritteln gibt.
Die Songs an sich gefallen mir wieder sehr gut. Mit „8 Stunden“ und
„Exportweltmeister“ gibts gleich zu Anfang das volle Working Class Programm,
wofür ich immer zu haben bin. Und auch der Rest kann sich hören lassen.
Mein persönliches Highlight ist „Saufen im Park“. Eine anti Gentrifizierungshymne
der etwas prolligeren Art. Musikalisch für mich der Song mit der größten
Durchschlagkraft auf der CD. Auch den
anti-AFD/PEGIDA Song „früher war alles besser“ will ich hier nicht unerwähnt lassen.
Fazit: sympathische Leute, glaubwürdige Texte und starke Songs.
Das weckt bei mir den Wunsch das jemand diese Band wirklich mal in ein
professionelles Studio jagt, damit man das Ganze
in richtig geiler Qualität zu Hören bekommt.